Evaluation

Bewiesen: Täglicher qualifizierter Schulsport
macht unsere Kinder schlauer!

Nach mehr als drei Jahren wissenschaftlicher Studien an der Deutschen Sporthochschule Köln hat der Verein „Klasse in Sport – Initiative für täglichen Schulsport e.V.“ am 1. Oktober 2009 bei einer nationalen Pressekonferenz in Köln die Zwischenergebnisse der Evaluation veröffentlicht.


Präsentierten den Medien und der deutschen Öffentlichkeit bei der Pressekonferenz am 1. Oktober 2009 die Ergebnisse der Evaluation (v.l.): Dr. Werner Wolf, Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe GmbH und Vorsitzender des KiS-Beirats; Josef Sanktjohanser, Vorstand des KiS-Förderpartners REWE Group; Corinna Roll, Schulleiterin der KiS-Grundschule Astrid Lindgren in Köln; Meistercoach und Schalke-Vorstand Felix Magath; Ralf-Peter Riebschläger, Geschäftsführender Vorstand des Vereins „Klasse in Sport e.V.“(KiS) sowie Prof. Dr. Jürgen Buschmann, KiS-Vorstand und Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln.


Von 2006 bis 2009 wurden insgesamt 2.807 Schüler zu vier verschiedenen Zeitpunkten untersucht. Dabei handelte es sich sowohl um Kinder, die am Projekt „Klasse in Sport“ teilgenommen haben als auch um sogenannte Kontrollgruppen.

Von besonderem wissenschaftlichem Interesse waren hier die 252 Schüler, die alle vier Untersuchungen absolvierten und durch das Projekt „beeinflusst“ wurden. Anhand dieser Gruppe konnte die Wirkungsweise von „Klasse in Sport“ in Form des täglichen Schulsports deutlich nachgewiesen werden.



Die teilweise dramatischen Befunde in Bezug auf Übergewicht sowie deren gesundheitlichen Folgen wurden sowohl in Untersuchungen der letzten Jahre als auch in den Medien hinreichend dargestellt. Ebenso ist die nachlassende sportliche Leistungsfähigkeit und die oft damit verbundene mangelnde Konzentrationsfähigkeit Gegenstand von zahlreichen Diskussionen in den schulpolitischen und allgemein gesellschaftlichen Bereichen.

In der von „Klasse in Sport“ durchgeführten Evaluation als sogenannte Bestandsaufnahme des  „Ist-Zustandes“ konnte folgendes festgestellt werden:

- Die allgemeine motorische Leistungsfähigkeit bei Kindern im Grundschulalter hat gegenüber den letzten größeren Untersuchungen (u.a. KiGGS 2005, CHILT 2006) schon wieder abgenommen - teilweise um bis zu 10 %. Kinder werden immer „unsportlicher!“

- Die in der Vergangenheit erhobenen Werte im Bezug auf Übergewicht konnten bestätigt werden: Vom 1. Schuljahr an (ca. 15% übergewichtige Kinder) steigt der Prozentsatz linear bis zum 4. Schuljahr an (ca. 26 %); das ist in sich eine Steigerung von fast 70%!

- Die übergewichtigen Kinder sind im Vergleich zu Normalgewichtigen:
1. motorisch weniger leistungsfähig,
2. weniger konzentrationsfähig,
3. in kognitiven Fächern (nach Schulnoten) schlechter und
4. leben ungesünder (u.a. signifikante Erhöhung des Blutdrucks um >10 mmHG).



Durch die Intervention von „Klasse in Sport“ (u.a. „Tägliche Bewegungszeit“, „Aktive Pause“, „Bewegungspause“, „Bewegung in kognitiven Fächern“, „Spiel- und Sportfeste“) konnte erreicht werden, dass

- der Anteil der übergewichtigen Kinder in „KiS-Schulen“ stark reduziert werden konnte (9 jährige: von 23% auf 15% = Reduzierung um mehr als 30%),

- Kinder ihre Schulnoten in kognitiven Fächern verbessert haben,

- Jungen und Mädchen sich gleichermaßen in sportmotorischen Tests (Kraft, Koordination, Beweglichkeit) überproportional verbessert haben,

- übergewichtige Kinder sich im sportmotorischen Bereich mehr verbessern als normalgewichtige (z.B. Schnelligkeit um 2,5 Sekunden = fast 15%! Auch bei der Ausdauerleistung fand eine Steigerung statt und die Erholungsherzfrequenzen verbesserten sich.),

- der Blutdruck bei 25% der Übergewichtigen gesenkt werden konnte

- das Sozialverhalten verbessert werden konnte: weniger Aggressionen und dafür mehr „neue“ Freundschaften innerhalb der Schulgemeinschaft

- das Interesse am Sporttreiben allgemein gesteigert werden konnte und der Wunsch, einem Sportverein beizutreten.


Meistertrainer Felix Magath (Mitte) präsentierte sich den Medien als Verfechter von „täglichem qualifizierten Schulsport“und brachte die Pressekonferenz auch zum Lachen: „Selbst einige meiner Spieler auf Schalke wissen nicht mal mehr, was beispielsweise ein Purzelbaum ist und wenn sie dann zwei davon hingekriegt haben ist ihnen schwindelig“. Josef Sanktjohanser (links), Vorstand des KiS-Förderpartners REWE Group, fand nach der Vorstellung der Studie durch Prof. Dr. Jürgen Buschmann (rechts) klare Worte: „Die Ergebnisse der Studie muss man schlicht sensationell nennen, sie beweist die Richtigkeit unseres Engagements bei ‚Klasse in Sport’ und den KiS-Einsatz für täglichen Sport an unseren Schulen. Die Studie zeigt aber gleichzeitig auf, dass täglicher qualifizierter Sport ein wegweisendes Modell der Schulpolitik ist.“


Fast 200 Lehrer und / oder Projektleiter an den „Klasse in Sport“-Schulen konstatierten, dass durch die Teilnahme an dem Projekt die Schüler der teilnehmenden Schulen sich

- bewegungsfreudiger gaben (Module „Bewegungspause“, „Aktive Pause“, „Bewegung in kognitiven Fächern“ = fast zwei Drittel aller Schüler),

- weniger aggressiv (ausgeglichener) waren und

- sich konzentrierter im Unterricht verhielten (zu je rund zwei Drittel aller Schüler).

Diese positiven Veränderungen sind vornehmlich auf die Einbeziehung der Module (u.a. „Aktive Pause“, „Bewegungspause“) einer „Bewegungsfreudigen Schule“ für alle Schüler an der Schule zurückzuführen.

Für die direkt am Projekt beteiligten „Klasse in Sport“-Schüler stellten sie zudem fest, dass die Kinder:

- zu mehr als zwei Drittel bewegungsfreudiger geworden sind,

- fast zur Hälfte konzentrierter im allgemeinen Unterricht sind,

- zu fast zwei Drittel ihr Sozialverhalten gegenüber Mitschülern und Lehrern verbessert haben.

Die o.g. Befunde nach mehr als 3 Jahren „Klasse in Sport“ belegen eindeutig die Notwendigkeit von mehr Bewegung für die positive Entwicklung unserer Kinder in fast allen Bereichen – motorische, geistige und soziale. Diese pädagogische Intervention in alle Bereiche des Schullebens ist nicht nur für die Kinder, sondern genauso für die Lehrer und die Eltern von Bedeutung – und letztendlich auch für die Politik sowie die Schul- und Kulturbehörden Deutschlands.

Diese Erkenntnisse scheinen für die bildungspolitischen Diskussionen in unserem Land von mindestens gleicher Bedeutung zu sein wie die Konsequenzen, die nach der PISA-Studie ergriffen wurden. Viel mehr noch ist durch die Feststellung „Toben macht schlau!“ eine Zielkonvergenz mit den PISA-Forderungen auszumachen.

Es gilt die nunmehr nachgewiesene Aussage:

Täglicher qualifizierter Schulsport macht unsere Kinder schlauer!


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Starke Leistung und sehr gut für die KiS-Kinder! "Klasse in Sport e.V." in allen Bundesländern          Deutschlands mit 109 KiS-Grundschulen präsent! 

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