Hintergrund
15 Prozent aller I-Männchen sind schon zu dick,
nach dem 4. Schuljahr sind es schon 26 Prozent
Der strukturelle Wandel in allen Bereichen der Gesellschaft und die Auswirkungen der Globalisierung stellen Deutschland vor große Herausforderungen. Auch in der Erziehung und der Ausbildung unserer Kinder. Die breitgefächerten Probleme in der Betreuung der Kids durch ihre Eltern sowie in den Kitas und den Schulen sind tagesaktuelle Themen in der deutschen Gesellschaft, parallel wird auch das gesamte Umfeldspektrum unserer Kinder (Freizeit- und Sozialverhalten, Gesundheit, Sport) permanent diskutiert.
In einigen dieser Bereiche schrillen nunmehr die Alarmglocken wegen sichtbarer und zügig fortschreitender Fehlentwicklungen. Der Ruf nach dem Regulativ durch die Politik ist Gewohnheit, zeigt allerdings in der Realität noch wenig Wirkung.
Ein Beispiel: Übergewichtige Kinder und Jugendliche!
Die Gesundheitsorganisationen warnen seit Jahren permanent und eindringlich vor den Folgen zunehmender Bewegungsarmut in Deutschland. Gegenwärtig sind etwa 20 Prozent aller Kinder und Jugendliche übergewichtig, 8 Prozent gelten als fettsüchtig. Tendenz steigend. Langjährige Untersuchungen der Deutschen Sporthochschule Köln im Auftrag des gemeinnützigen Vereins „Klasse in Sport – Initiative für täglichen Schulsport e.V.“ haben ergeben, dass durchschnittlich 15 Prozent der Kinder bei der Einschulung zu dick sind, nach dem 4. Schuljahr sind es schon 26 Prozent. Tendenz steigend. Macht Schule unsere Kinder dick?
Die Gründe:
Es herrscht nur noch wenig Bewegung im Alltag, Computerspiele werden Bewegungsspielen vorgezogen, immer weniger Sport wird in der Schule betrieben. Die Fortbewegung erfolgt in der Regel mit Motorfahrzeugen statt zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Im Durchschnitt bewegt sich jeder der mehr als 80 Millionen Deutsche nur noch 400 Meter pro Tag! Und das bei in der Mehrheit der Fälle falscher und unausgewogener Ernährung!
Die Folgen:
Motorisch nicht ausreichend entwickelte Fähigkeiten bereits bei Kindern. Übergewicht und daraus resultierende Krankheiten bzw. eine enorm erhöhte Krankheitsanfälligkeit. Dabei sind insbesondere Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten, die eigentlich erst bei erwachsenen Menschen im fortgeschrittenen Alter zu erwarten sind (Altersdiabetes, verfrühte Schlaganfall- oder Herzinfarktgefährdung, organische Störungen etc.).
Die Forderung:
Der Schlüssel zur Vermeidung dieser Entwicklungsstörung liegt nach eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen in der täglichen Bewegung der Kinder. Bewegungsmangel oder besser fehlende Bewegungsförderung der Kinder in der relevanten Phase des Heranwachsens (bis zum 6. Schuljahr) ist trotz multifaktorieller Zusammenhänge die entscheidende Komponente.
Den Kindern muß spätestens durch den Schulsport der Spaß am Sport und an der Bewegung ganz allgemein vermittelt werden. Daraus resultieren verbesserte motorische Fähigkeiten und ein verbessertes Körpergefühl. Durch Spaß am Schulsport werden die Kinder möglicherweise motiviert, zusätzlichen Sport auf Vereins- oder Freizeitebene zu betreiben und Sport bzw. Bewegung auch später im Jugend- und Erwachsenenalter als Bedarf des täglichen Lebens zu betrachten.
Die Konsequenz:
Bewegung wirkt sich positiv auf die Lernbereitschaft und insbesondere die Leistungsfähigkeit in kognitiven schulischen Lernfeldern aus. Mehrfach konnte in wissenschaftlichen Studien ermittelt werden, dass eine ausgewogene Balance zwischen Bewegung und kognitivem Lernen zu besseren Ergebnissen und Leistungen führt!
Der Handlungsauftrag:
Durch eine intensivierte Förderung von Bewegung, Spiel und Sport lassen sich mangelnde Bewegungserfahrungen sowie Defizite in der Entwicklung motorischer Fähigkeiten beheben. Wichtige kindliche Entwicklungsphasen können positiv und nachhaltig beeinflusst werden und das Risiko von Krankheiten lässt sich nachweislich vermindern!
Sport muss an Schulen wieder ein fester Bestandteil in den Tagesablauf von Kindern und Jugendlichen implementiert werden. Die derzeitige und die prognostizierte Lage an vielen Schulen ist allerdings die, dass der Schulsport leider nicht immer seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden kann. Gründe dafür sind die mangelnde finanzielle und / oder die mangelnde materielle Ausstattung der Sportstätten sowie die Unterordnung des Faches Sport gegenüber anderen („PISA-relevanten“) Fächern. Dies führt de facto zu einem erhöhten Stundenausfall im Sport oder die Erteilung von fachfremden Unterricht.
Genau an dieser (Schwach-)stelle sieht der Verein „Klasse in Sport – Initiative für täglichen Schulsport e.V.“ den Ansatzpunkt für seine Aktivitäten: Um das Bewegungsverhalten von Kindern aktiv zu beeinflussen muß die alltägliche Schulsportsituation beginnend im Grundschulalter entscheidend geändert werden. Durch täglichen Schulsport!





















































































































